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Schreiben heißt für mich dem Gesehenen, dem Erlebten, dem Erträumten, Worte zu geben. Das Finden dieser Worte geschieht mir unmittelbar. Ich setze mich, nehme einen Stift und er tanzt los. Mein Inneres schreibt. Seit meinem zwölften Lebensjahr schreibe ich. Zunächst Tagebuch, um mein Leben irgendwie festzuhalten und das Leben an sich besser zu verstehen.  
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Durch das Tanzen lernte ich meinen Körper weniger funktional als vielmehr in seinen tiefen Schichten kennen. Von dort ausgehend in Bewegung kommen und Impulsen nachgehen. Mit Musik. Ohne Musik. Solo. Duo. Gruppe. Viele Jahre. Ein sehr kreatives, unglaublich erweiterndes Feld. Stimme finden und Töne, die aus dem Innen heraus erklingen. Selbst beim Tanzen ohne Musik ist eine innere Melodie da.  Rhythmus, gegeben durch Puls, gegeben durch Herzschlag, durch Dynamik der Bewegung und durch Bewegungspausen. Im Raum. Im Ganzen. Im Körper. Durch so Vieles, was in uns und um uns ist. 

Stimme – Lagerfeuer, Sternenhimmel, Gemeinschaft, Spirit, später das Tönen, Körper und Stimme, heilsam, tiefe Resonanzräume entdeckend, ein Kind gebären, Schreien.

Musik entsteht für mich, wenn ich im Zuhören in eine andere Welt gleite. Wenn Klänge zu Teppichen werden, manchmal kann dies bereits mit dem Wellenrauschen am Bodensee geschehen, unterbrochen vom Möwenkreischen, vom Kinderlachen, vielleicht noch ein Beat durch das Tuckern eines Bootmotors. Im gemeinsamen Musikmachen fasziniert mich das nonverbal Verbundene, das gleichzeitige Atemholen, die Pausen, der Wiederbeginn und wenn durch Mehrstimmigkeit aus einem Duo ein kleines Orchester wird. Zwischentöne nicht wirklich erscheinen – auftauchen. Im Ausdruck dessen, was in mir ist und nach Außen gehen darf, bin ich nach wie vor immer wieder aufs Neue – überrascht und … berührt. 

Ich lernte Simon kennen und wir begannen miteinander zu singen. Beatles, Cohen, Piaf – und paralell experementierten wir improvisierend, ausprobierend, wild. Es begann sich etwas zu formen und  auf meinem Arbeitsweg im Zug, auf Spaziergängen oder beim Tagebuchschreiben kamen Melodien und Texte, manchmal getrennt voneinander, manchmal gleichzeitig. Meist ungeplant, überraschend. Es wurden mehr und mehr und der Wunsch wurde größer, Stücke daraus entstehen zu lassen. Unsere Zusammenarbeit wurde intensiver und allmählich kamen auch Gelegenheiten, unsere Lieder aufzuführen.

Im September 2019 im BewegungsZentrum Beckenboden von Cordula Haselwander nannten wir uns zum ersten Mal offiziell 2 sam.

Im Resonanzraum mit Menschen, die sich öffnen und auf unsere Kunst einlassen, bekommen wir ein wunderbares Geschenk. Für diese Möglichkeiten sind wir überaus dankbar! Denn das Teilen von Worten untermalt von arrangierten Klängen macht alles zusammen größer.

 

Susan Gönner