Klang

 

Als ich mit zwölf meine erste Gitarre bekam, wurde die Welt eine andere. Von diesem Moment an konnte ich singen und mich gleichzeitig begleiten! Ein ganzer Kosmos tat sich auf: tausende Songs waren da zu lernen. So konnte ich in die Welt großer Künstler eintauchen und deren Kunst nachempfinden. Einen Song zu mögen, ihn herauszuhören und dann so zu arrangieren, dass ich ihn spielen kann, ist seit Jahrzehnten ein Lebenselixier für mich. Ich versuche, das Wesen des Songs zu erfassen und es mit einfachen Mitteln zum Klingen zu bringen. Ich glaube, dass Klang sehr viel mit innerem Schwingen zu tun hat. Wenn es von Herzen kommt…

Natürlich begann ich auch, selbst Lieder zu schreiben. Mit der Zeit entwickelte sich mein Solo-Musiktheater und die Konzeption von Einfachheit und Unabhängigkeit. Ankommen, Gitarre auspacken und los geht’s! http://www.simon-weiland.de

Ganz wichtig ist der Atem. Vor Jahren lernte ich bei Ingrid White viel über den Atem und wieder tat sich ein neuer Horizont auf. Dem eigenen Atem zu begegnen, heißt: warten zu lernen. Darauf zu verzichten, ihn willentlich zu machen. Im Atem können wir spüren, wie wir von der Natur getragen werden. Der Atem kommt, der Atem geht und ich warte, bis er von selbst wieder kommt. So kann in jedem Atemzug die Tiefe des Lebens erfahren werden: Inspiration, Ausdruck und vor allem die Pause. Die schöpferische Pause. Das Nichts, aus dem alles entsteht. In der Liebe zur Natur (das, was nicht gemacht ist – das, was von selber kommt) haben Susan und ich uns gefunden. Ich glaube, dass davon etwas anklingt, wenn wir Musik machen und dass dies unseren Sound ausmacht.

Susan und ich sangen zunächst bekannte Songs. Dann begannen wir, mit Texten und Klängen zu improvisieren. Und irgendwann stellte sich heraus, dass Susan in ihrer Lyrik ganz oft Melodien hört. Da geht natürlich mein Herz auf! Einen Text, eine Melodie zu untermalen, mit Harmonien zu färben und rhythmische Tupfer zu setzen, ist ein wundervoller Prozess. Das Lied formt sich und kommt als Klang auf die Welt.

 

Simon Weiland